Auf der Suche nach einem neuen Badeanzug

Inspiriert von einem Blogeintrag habe Ich beschlossen, ebenfalls über meine Erfahrungen beim shoppen zu berichten (auch wenn Ich nach ein paar Stunden doch fand, wonach Ich suchte).

Ich gehe ohnehin schon seit Jahren nicht mehr bei New Yorker, H&M und co. einkaufen. Da ist mir fast alles zu klein, auch wenn Ich (1,69m/80kg) mich nicht als fett bezeichnen würde. Bei den Oberteilen hab Ich das Problem, dass Ich zwar am Bauch mehr als genug Platz habe, aber meine Oberweite kaum reinbekomme. Und die Hosen sind kaum länger als ein breiter Gürtel und furchtbar unvorteilhaft geschnitten.

Ich kaufe den Großteil meiner Kleidung bei EMP, da die auch große und sehr große Größen haben und man online nicht schief angeschaut wird, wenn man sich eine Männerhose kauft. In der Frauenabteilung finde Ich sehr selten Hosen, die meinen Ansprüchen (gerade geschnitten, ohne Röhre, Glitzer oder sonstigen Schnickschnack). Ein weiterer Favorit ist Gina Laura, ein Schwesternlabel von Ulla Popkin. Die Kleidung dort ist an die Körperformen von molligen und dicken Frauen orientiert, aber nicht so groß wie bei UP.

Aber zurück zum Badeanzug. Da mir der Alte ein wenig zu kurz geworden ist und an der Oberweite ein bisschen zu eng hab Ich beschlossen, mir einen neuen zu kaufen. Meine Mom meinte zwar, Ich solle in der nächsten Stadt einkaufen gehen, weil Ich dann nicht so weit fahren müsste, Ich wollte aber ins Shopping-Center. Also ab ins Auto, rasch tanken fahren, auf der Autobahn einige LKW überholen und ab ins Shopping-Center. Die Auswahl war tatsächlich groß, und da die Existenz von Frauen die große Größen brauchen bis zur Bekleidungsindustrie durchgedrungen zu sein scheint, sahen die angebotenen Badeanzüge auch echt gut aus. (Schön finde Ich auch, dass der Trend, bei Zweiteilern Ober- und Unterteil getrennt zu verkaufen, zunimmt, da auch Frauen mit Bikini-Figur keine einheitlichen Proportionen besitzen.)

Nur, das mit den Proportionen ist so eine Sache. Zwar waren auch Badeanzüge für Frauen mit von der Norm abweichenden Proportionen da, aber die Verantwortlichen scheinen nach wie vor eine sehr seltsame Vorstellung davon, wie Frauen aussehen, zu haben.

Ich vermute, die Vorstellung sieht so aus: die meisten Frauen sind schlank genug für einen Bikini und haben maximal C-Cup, Frauen mit großer Größe sind nicht dick sondern einfach größer als 1,70m und Frauen mit großen Brüsten sind Silikon-Mops-Barbies wie Softporno-Youtuberin Katja Krasavic, Z-Promi Daniela Katzenberger oder dieser einen Tussi, die sich hat so lange operieren lassen, bis sie aussieht wie Barbie.

Anders kann Ich mir das nicht erklären, dass Ich bei einer Auswahl von drölfzig Badeanzügen keinen einzigen finde, der vernünftig sitzt. Bei den meisten Modellen gingen die Cups nur bis C, selbst wenn der Badeanzug Größe 46 hatte. D und E gabs auch, aber nach dem benötigten F suchte Ich vergeblich. Also hab Ich mir ein paar Modelle ohne die festen Körbchen geschnappt und anprobiert. Beim Blick in den Spiegel kam mir ein Kommentar in den Sinn, den Ich vor Jahren mal im Internet gelesen habe, der sinngemäß wie folgt lautet:

Natürlich darf man dicke Menschen in der Öffentlichkeit auslachen, wie sollen die sonst lernen dass sie gefälligst abzunehmen haben.

Unten saßen die Badeanzüge ganz gut, aber obenrum wars eine Katastrophe: entweder quoll mir die Hälfte der Brust vorne und an der Seite wieder raus, oder es stützte nicht vernünftig und alles hing unschön runter.

Sämtliche Modelle eine Nummer größer anprobiert, wieder das Gleiche. Lediglich mit einem einzigen Modell war Ich halbwegs zufrieden, aber die Spagetti-Träger schnitten mir in die Schultern und etwas über 100€ sind ein stolzer Preis.

Also hab Ich den Laden verlassen und mich weiter umgeschaut, aber kein anderer Laden in der Mall hatte Badekleidung. Gekauft hab Ich stattdessen ein Buch, einen Schlüsselanhänger und ein neues T-Shirt.

Also wieder ins Auto gesetzt und in die andere Mall gefahren. Dort erst den Lieblingsladen meiner Mom aufgesucht. Die verkaufen zwar keine Badeanzüge, aber Ich bekam einen Geschenkgutschein als Muttertagsgeschenk für sie und 2 T-Shirts und eine Hose für mich.

Hier hab Ich auf gut Glück einen Wäscheladen betreten, da die gelegentlich auch Badeanzüge verkaufen. Ein einziges Modell hing im Laden, glücklicherweise gab es das in meiner Größe, mit breiten Trägern und meine Oberweite passt auch perfekt hinein. Und mit 55€ hats auch nur ca. die Hälfte von dem gekostet, den Ich im ersten Laden fast mitgenommen hätte.

Abschließend muss Ich dennoch feststellen, dass sich zwar einiges gebessert hat, aber immer noch verdammt viel Verbesserungsbedarf herrscht. Und zwar sowohl bei Kleidung für Frauen mit Normal- als auch mit Übergewicht. Ist es wirklich so viel verlangt, sich am Bedarf von existierenden Frauen zu orientieren, anstatt irgendwas auf den Markt zu schmeißen, was Frauen gefälligst kaufen sollen? Kann man bei Zweiteilern Ober- und Unterteil nicht standardmäßig getrennt verkaufen? Und sind Unterteile in Shortsform wirklich so viel verlangt? Wenn schon nicht an Badeanzügen dran dann wenigstens für Bikinis und Tankinis.

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